Grauer Star –
Katarakt erkennen und behandeln

Beim Grauen Star, medizinisch Katarakt genannt, trübt sich die natürliche Augenlinse zunehmend ein. Betroffene sehen unschärfer, reagieren häufig empfindlicher auf Licht und nehmen Farben oder Kontraste weniger deutlich wahr.

Die einzige Möglichkeit, den Grauen Star dauerhaft zu behandeln, ist eine Operation. Dabei wird die getrübte natürliche Augenlinse entfernt und durch eine individuell berechnete Kunstlinse ersetzt.

In unserer Augenarztpraxis in Ludwigsburg begleiten wir Sie von der sorgfältigen Voruntersuchung über die Auswahl der geeigneten Kunstlinse bis zur Nachsorge. Die ambulante Operation führen unsere erfahrenen Operateurinnen und Operateure im Klinikum Ludwigsburg durch.

Wie macht sich der Graue Star bemerkbar?

Der Graue Star entwickelt sich meistens langsam.
Die Veränderungen werden deshalb zu Beginn häufig nicht bewusst wahrgenommen.

Typische Anzeichen sind:

  • zunehmend unscharfes oder verschleiertes Sehen
  • häufige Veränderungen der Brillenwerte
  • erhöhte Blendempfindlichkeit
  • Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung oder bei Nacht
  • Lichtkränze um Scheinwerfer und andere Lichtquellen
  • blassere Farben und schwächere Kontraste
  • ein erhöhter Lichtbedarf beim Lesen

Besonders beim Autofahren kann sich der Graue Star durch eine stärkere Blendempfindlichkeit und ein vermindertes Kontrastsehen bemerkbar machen.

Eine augenärztliche Untersuchung zeigt, ob die Beschwerden durch einen Grauen Star verursacht werden oder ob eine andere Augenerkrankung vorliegt.

Wann sollte der Graue Star operiert werden?

Der richtige Zeitpunkt für die Operation hängt nicht allein von einem bestimmten Messwert ab. Entscheidend ist vor allem, wie stark Sie sich durch die Sehverschlechterung in Ihrem Alltag beeinträchtigt fühlen.

Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn:

  • Lesen oder Fernsehen zunehmend anstrengend wird
  • Sie beim Autofahren unsicherer werden
  • Sie sich durch entgegenkommende Scheinwerfer stark geblendet fühlen
  • Gesichter oder Details nicht mehr deutlich erkennbar sind
  • trotz einer neuen Brille keine ausreichende Verbesserung erreicht wird
  • Sie durch reduzierte Sicht in Ihrem Alltag eingeschränkt sind und auf Dinge verzichten, die Sie sonst gerne machen, z.B. zum Theater nach Stuttgart fahren in der Dunkelheit.

Ob eine Operation bereits notwendig ist, besprechen wir nach einer gründlichen Untersuchung persönlich mit Ihnen.

Voruntersuchung und individuelle OP-Planung

Vor der Grauen-Star-Operation untersuchen und vermessen wir Ihre Augen sorgfältig. Dabei beurteilen wir nicht nur die eingetrübte Linse, sondern auch die Hornhaut, die Netzhaut, den Sehnerv und weitere Strukturen des Auges. Anhand der Messergebnisse berechnen wir die Stärke der Kunstlinse, die bei der Operation eingesetzt wird.

Bei der Planung berücksichtigen wir:

  • den medizinischen Befund Ihrer Augen
  • Ihre bisherigen Brillenwerte
  • eine mögliche Hornhautverkrümmung
  • bestehende Augenerkrankungen
  • Ihre Sehgewohnheiten im Alltag
  • Ihre persönlichen Erwartungen an das Sehen nach der Operation

Wie läuft die Graue-Star-Operation ab?

Schritt 1

Das Auge wird mit Augentropfen betäubt, sodass keine Schmerzen zu spüren sind, sondern maximal ein gewisses Druckgefühl. Das Auge müssen Sie während des Eingriffs nicht selbst geöffnet halten, es wird durch eine Klammer offen gehalten. Nach Anlegen von drei Zugängen mittels kleiner Schnitte (der größte davon ca. 2,4 mm) eröffnet der behandelnde Augenarzt die Linsenkapsel, zerkleinert die Linse und saugt sie mit einem Ultraschallhandgriff ab.

Schritt 2

Nach Entfernung aller Linsenreste wird die Kunstlinse durch die 2,4 mm große Öffnung eingesetzt. Durch die Spannung entfaltet sie sich selbstständig im Kapselsack. Handelt es sich um eine torische Linse zum Ausgleich einer Hornhautverkrümmung, wird die Linse rotiert und in die richtige Position gebracht. Ein Einnähen der Linse ist nicht nötig.

Schritt 3

Die Kunstlinse ist nun am richtigen Ort, und die winzigen Schnitte am Auge müssen in aller Regel nicht zugenäht werden. Die Wunden heilen durch den Druck, der sich im Auge befindet („Wasserdruck“), zu. Zum Schutz vor Infektionen wird noch ein Antibiotikum appliziert. Die Klammer zum Offenhalten des Auges wird entfernt.

Persönliche Beratung zur passenden Kunstlinse

Die Kunstlinse wird auch als Intraokularlinse oder kurz IOL bezeichnet. Sie übernimmt nach der Operation dauerhaft die optische Funktion der natürlichen Augenlinse.

Welcher Linsentyp für Sie geeignet ist, hängt von Ihrem Augenbefund, Ihrem Lebensstil und Ihren persönlichen Erwartungen ab. Nicht jede Linse ist für jedes Auge sinnvoll.

Als besonderen Service bieten wir Ihnen eine ausführliche Beratung durch eine speziell geschulte Mitarbeiterin. Dabei werden Ihnen die verschiedenen Linsenmodelle verständlich erklärt. Sie erfahren außerdem, wie die Operation abläuft und welches Sehergebnis mit der jeweiligen Linse realistisch ist.

Die endgültige Auswahl der Kunstlinse erfolgt nach der ärztlichen Untersuchung und Beratung gemeinsam mit Ihnen.

Wir informieren Sie verständlich und ehrlich über:

  • die medizinisch geeigneten Linsenmodelle
  • die Unterschiede zwischen Standard- und Premiumlinsen
  • die Möglichkeiten zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung
  • die zu erwartende Brillenabhängigkeit
  • mögliche optische Begleiterscheinungen
  • den Ablauf der Operation
  • die Nachbehandlung und den Heilungsverlauf
  • mögliche private Zusatzkosten

Welche Kunstlinsen gibt es?

Im Rahmen der Operation wird die natürliche Linse gegen eine Kunstlinse ausgetauscht, die für eine lebenslange Versorgung ausgelegt ist. Wir implantieren Intraokularlinsen der renommierten Marken Alcon (USA), Kowa (Japan) und Rayner (Großbritannien) und haben mit den verschiedenen Modellen exzellente Erfahrungen gemacht.

Es gibt zum einen eine Standardlinse, dabei handelt es sich um eine Einstärkenlinse. Mit diesem Linsentyp können Sie entweder in die Nähe oder in die Ferne gut sehen. Zum anderen können wir Premiumlinsen implantieren, mit denen man eine Hornhautverkrümmung korrigieren kann, und Mehrstärkenlinsen, mit denen gute Sicht ohne Brille sowohl in die Nähe als auch in die Ferne möglich ist.

Asphärische Linsen

Die asphärische Intraokularlinse mit UV-Filter ist unsere Standardlinse. Bei dieser Linse handelt es sich um ein Modell, welches eine sehr gute Abbildungsqualität auch in der Dämmerung bzw. bei schlechten Lichtverhältnissen bietet. Es handelt sich nicht um ein sphärische, sondern um die bessere apshärische Linse. Der Filter schützt die Netzhaut zudem vor schädlichem UV- und energiereichem blauem Licht.

Torische Linsen

Torische Linsen gleichen eine Hornhautverkrümmung aus und können so zu einer deutlichen Besserung des Seheindrucks nach einer Operation führen. Die Parameter der Implantate müssen vor der Operation geplant und bestellt werden und es muss die exakte Lage der Linse bestimmt werden. Bei der Operation wird vor dem Linsenaustausch eine Markierung gesetzt, wie die Linse genau implantiert werden muss. Unter dem OP-Mikroskop erfolgt dann die Ausrichtung der Linse auf diese Markierung.

Der Aufpreis für gesetzliche versicherte Patienten liegt zwischen 600 und 800€ pro Auge.

EDOF Linsen

Beim EDOF-Modell „Vivity“ von Alcon sowie „EMV“ von Rayner erfolgt mit einer speziellen Optik eine Brechung des Lichts, sodass man im Alltag beim Sehen in die Nähe und die Ferne gut ohne Brille zurechtkommt. Eine Gleitsichtbrille ist danach in den allermeisten Fällen nicht mehr nötig. Es gibt auch eine Version zum gleichzeitigen Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Zum Lesen von sehr klein gedruckten Texten ist eine reine Lesebrille oft hilfreich, manchmal auch eine Fernbrille zur Optimierung der Sehschärfe beim Autofahren. Im Vergleich zu den bekannten multifokalen Linsen treten nach Aussage unserer Patienten keine Blendungen oder Lichtkränze auf. Wir implantieren diese Modelle seit einigen Jahren und haben seitdem durchweg positive Rückmeldungen von unseren Patienten erhalten.

Der Aufpreis für gesetzliche versicherte Patienten liegt zwischen 1.100 und 1.500€ pro Auge.

Multifokallinsen (trifokale Linsen)

Als Multifokallinse wird von uns das Modell Alcon Panoptix sowie Rayner Galaxy implantiert. Mit dieser Linse kann man lesen, am PC arbeiten sowie brillenfrei in die Ferne sehen. In den allermeisten Fällen wird durch die Implantation eine Brillenfreiheit erreicht. Es gibt auch eine Version zum gleichzeitigen Ausgleich einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Teilweise berichten die Patienten über Blendung und Wahrnehmung von Lichtkränzen nach der OP, dies kann insbesondere beim nächtlichen Autofahren störend sein. Gerne beraten wir Sie zu diesen Wahrnehmungen.

Der Aufpreis für gesetzliche versicherte Patienten liegt zwischen 1.500 und 2.000€ pro Auge.

Graue Star-OP mit Laser

Wir bieten derzeit keine graue Star-OP mit einem Laser an. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die OP-Methode der klassischen Methode mit Ultraschall überlegen ist. Da wir eine wissenschaftlich orientierte Praxis sind, bieten wir Ihnen diese Methode nicht an.

Erfahrung, auf die Sie vertrauen können

Grauer-Star-Operationen gehören seit vielen Jahren zu den operativen Schwerpunkten unserer Praxis. Operiert werden Sie von Dr. med. Constanze Kortüm und Prof. Dr. med. Karsten Kortüm sowie Dr. med. Stephanie Glück. Wir operieren wöchentlich an drei Tagen und verbinden unsere langjährige operative Erfahrung mit moderner Diagnostik und einer persönlichen Betreuung.

Die Voruntersuchung, die individuelle OP-Planung und die Nachsorge erfolgen durch unser Ärzteteam in der Augenarztpraxis in Ludwigsburg. Der ambulante Eingriff wird im OP der Augenbelegabteilung des Klinikums Ludwigsburg durchgeführt.

So werden Sie während der gesamten Behandlung von einem erfahrenen Team begleitet, das Ihren individuellen Befund und den geplanten Eingriff genau kennt.

In einer Befragung im Jahr 2021 von 291 Patienten waren 284 (97,6%) mit unserer Behandlung der Katarakt zufrieden und würden uns weiterempfehlen.

Verlauf und Heilung

Die Heilung verläuft bei den meisten Patientinnen und Patienten unkompliziert.

Häufig verbessert sich das Sehen bereits in den ersten Tagen. Bis sich das Auge vollständig stabilisiert hat, können jedoch mehrere Wochen vergehen.

In den ersten Tagen sind ein leichtes Fremdkörpergefühl, vorübergehend verschwommenes Sehen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit möglich.

Nach der Operation erhalten Sie einen individuellen Tropfenplan. Bitte wenden Sie die verordneten Augentropfen regelmäßig an und nehmen Sie die vorgesehenen Kontrolltermine wahr.

Wann Sie wieder Auto fahren, arbeiten oder Sport treiben dürfen, hängt von Ihrem individuellen Heilungsverlauf ab.

In der ersten Zeit nach der Operation sollten Sie:

  • nicht am operierten Auge reiben oder drücken
  • die verordneten Augentropfen zuverlässig anwenden
  • starke körperliche Belastungen zunächst vermeiden
  • mit Wasser, Seife und Shampoo am Auge vorsichtig sein
  • vorübergehend auf Schwimmbad und Sauna verzichten
  • alle vereinbarten Kontrolltermine wahrnehmen

Was ist ein Nachstar?

Bei einem Nachstar handelt es sich nicht um ein erneutes Auftreten des Grauen Stars. Die eingesetzte Kunstlinse selbst kann nicht wieder eintrüben.

Bei manchen Patientinnen und Patienten trübt sich jedoch Monate oder Jahre nach der Operation die hintere Linsenkapsel ein. Dadurch kann das Sehen erneut verschwommener werden und die Blendempfindlichkeit zunehmen.

Der Nachstar lässt sich in der Regel unkompliziert mit einem speziellen YAG-Laser behandeln. Dabei wird eine kleine Öffnung in die eingetrübte Kapsel eingebracht, sodass das Licht wieder ungehindert in das Auge gelangen kann.

Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert meist nur wenige Minuten. Die Kosten hierfür werden von gesetzlichen wie privaten Krankenkassen voll getragen.

Häufige Fragen zur Grauen-Star-Operation

Kann der Graue Star mit Augentropfen behandelt werden?

Nein. Augentropfen oder Medikamente können die eingetrübte natürliche Augenlinse nicht wieder klar machen. Die einzige dauerhafte Behandlung ist die Operation.

Ist die Operation des Grauen Stars schmerzhaft?

Durch die örtliche Betäubung ist die Operation normalerweise nicht schmerzhaft. Manche Patientinnen und Patienten nehmen während des Eingriffs Licht, Bewegungen oder ein leichtes Druckgefühl wahr. Auf Wunsch ist eine medikamentöse Beruhigung durch unser Anästhesie-Team möglich. Auch OPs in Vollnarkose sind bei uns möglich.

Wird die Operation ambulant durchgeführt?

Ja. Die Graue-Star-Operation wird in den meisten Fällen ambulant durchgeführt. Sie können das Klinikum normalerweise noch am selben Tag wieder verlassen.

Werden beide Augen gleichzeitig operiert?

In der Regel werden die beiden Augen mit einem zeitlichen Abstand operiert. Den genauen Ablauf legen wir abhängig vom Befund und vom Heilungsverlauf gemeinsam mit Ihnen fest.

Kann ich nach der Operation ohne Brille sehen?

Das hängt vom gewählten Linsenmodell, der gewünschten Zielkorrektur und der Gesundheit Ihrer Augen ab. Premiumlinsen können die Brillenabhängigkeit reduzieren. Eine vollständige Brillenfreiheit kann jedoch nicht garantiert werden.

Wie lange hält eine Kunstlinse?

Die Kunstlinse ist für einen dauerhaften Verbleib im Auge vorgesehen. Sie muss normalerweise nicht ausgetauscht werden.

Kann der Graue Star wiederkommen?

Nein. Die entfernte natürliche Linse kann nicht nachwachsen. Es kann sich allerdings ein sogenannter Nachstar, eine Trübung an der hinteren Linsenkapsel, entwickeln, der in der Regel unkompliziert mit einem Laser behandelt werden kann.

Übernimmt die Krankenkasse die Operation?

Die medizinisch notwendige Operation mit einer Standardlinse wird grundsätzlich von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Bei Premiumlinsen und zusätzlichen Untersuchungen können private Zusatzkosten entstehen. Über diese informieren wir Sie vor Ihrer Entscheidung transparent.

Persönlich beraten und sicher begleitet

Eine erfolgreiche Graue-Star-Behandlung beginnt mit einer sorgfältigen Untersuchung und einer ehrlichen Beratung.

Wir begleiten Sie persönlich durch alle Behandlungsschritte – von der Diagnose über die Auswahl der geeigneten Kunstlinse bis zur Operation und Nachsorge.

Sprechzeiten & Wegbeschreibung