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Hoher Blutdruck
Hypertonus

In den meisten Ländern der Welt leiden bis zu 15 bis 25% der Erwachsenen unter einem krankhaft erhöhten Blutdruck. Medizinische Studien wiesen für die Industrienationen nach, dass der Blutdruck bei Frauen und Männern mit zunehmendem Alter stetig ansteigt: Mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen weist erhöhte Blutdruckwerte auf. Bluthochdruck spielt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzversagen und Schlaganfall eine zentrale Rolle. Darüber hinaus reduziert eine arterielle Hypertonie die Lebenserwartung der Betroffenen erheblich. Dass die Erkrankung lange Zeit ohne erkennbare Anzeichen verläuft oder oft nur unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzklopfen hervorruft, macht sie um so gefährlicher.

Die Obergrenze der normalen Blutdruckwerte liegt bei einem Erwachsenen bei 140/90 mmHg. Von Grenzwerthypertonie spricht man bei Werten bis 160/95 mmHg. Liegen die Werte bei mehrfacher Messung immer um oder sogar über 160/95 mmHg, besteht ein nennenswerter Überdruck des Blutstroms auf die Arterien, was in der Medizin als Bluthochdruck bezeichnet wird. An Bluthochdruck leiden in Deutschland etwa 20% der Gesamtbevölkerung.

Bluthochdruck ist eine tückische Erkrankung, die oft jahrelang unbemerkt verläuft, da der Patient keine oder nur schwache Symptome verspürt und sich auch ansonsten nicht in seinem Wohlbefinden eingeschränkt fühlt. Allzu oft wird Bluthochdruck deshalb auch nach einer ärztlichen Diagnose und entsprechender Warnung auf die leichte Schulter genommen. Diesen Fehler sollten Sie jedoch nicht begehen, wenn bei Ihnen eine Tendenz zu Bluthochdruck festgestellt wurde. In den westlichen Industrieländern sterben heute nämlich mehr Menschen an den Folgen der Hypertonie als an Krebs. Wie bei allen Erkrankungen gilt auch hier: Regelmäßige präventive Kontrollen und eine konsequente Behandlung von Bluthochdruck können Leben retten.

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Unterschätzte Erkrankung

Hypertonie ist keine isoliert auftretende Krankheit, sondern geht sehr häufig mit Stoffwechselerkrankungen wie erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie), einer (meist erblich bedingten) Neigung zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Übergewicht einher. Zusätzlich zu den Risiken der Stoffwechselerkrankungen begünstigt Bluthochdruck das Entstehen von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und kann dadurch zu Organschäden führen.

Die Netzhautgefäße bieten die einmalige Möglichkeit, dem Kliniker Zugang für eine nichtinvasive Untersuchung der Arterien und Venen des Patienten zu geben. Wir haben heute das Erkenntnis, dass der Bluthochdruck an den Netzhaut-, Aderhaut und Sehnervenkopf-Gefäßen ganz bestimmte Veränderungen bewirkt, die es uns gestatten, eine Stadien-Einteilung der Schweregrad des Bluthochdruckes durchzuführen.

Vom Zustand der Netzhautgefäße kann man auf die Gefäße der anderen Organe Rückschlüsse ziehen. Deshalb kann der Augenarzt dem Internisten und Hausarzt sehr wichtige Hinweise geben, wie die Gefäße beschaffen sind.

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Wir sehen am Augenhintergrund folgende Veränderungen:
Bluthochdruck
  • Verengung der Netzhautarterien (herdförmig oder diffuse)
  • Kreuzungszeichen
  • Arteriosklerose
  • Vermehrte Schlängelung der Gefäße
  • Blutungen der Netzhaut
  • Ödem der Netzhaut und des gelben Flecks
  • Cotton-wool-Herde der Netzhaut
  • Verlust der Nervenfaserschicht
  • So genannte harte Exsudate (Ausschwitzung von Serum)



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